Parchim

Erleben Sie die Stadt Parchim mit ihrem besonderen Flair während eines Streifzuges durch die reizvolle historische Altstadt.

Besuchen Sie die Stadt und vor allem den kulturhistorischen Stadtkern, gleich aus welcher Himmelsrichtung Sie Parchim erreichen. Sie kommen auf jeden Fall unmittelbar an der Altstadt vorbei, die mit vielen kulturhistorisch wertvollen Sehenswürdigkeiten aufwartet.

Vorbei an den Wallanlagen der Stadt, die ursprünglich im 14. Jahrhundert zum Schutz der Stadtmauer angelegt wurden, die zum Teil heute noch in Abschnitten erhalten ist, an sehenswerten Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jahrhunderts, die einen Großteil des Gebietes innerhalb der Altstadt einnehmen, nähern Sie sich langsam dem Zentrum der Stadt, in dem mächtige gotische und spätgotische Gebäude sowie schöne Plätze das Bild bestimmen.

Der Schuhmarkt, ein bedeutender Platz für viele Veranstaltungen in der Stadt Parchim, trennt räumlich das Gebäude des ehemaligen kaiserlichen Postamtes mit dem Rathaus und der St. Georgenkirche.

Das Rathaus ist ein ursprünglich gotischer Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. 1818 erfolgte der Umbau durch den Hofbaumeister Barca. Von 1667 bis 1708 und 1818 bis 1840 war das Gebäude Sitz des höchsten mecklenburgischen Gerichts. Seit 1840 ist das Rathaus Sitz der Verwaltung und wurde zwischen 1993 und 1998 komplett saniert.

Direkt gegenüber dem Rathaus befindet sich die mächtige

St. Georgenkirche. Als noch ein Beispiel historischer Baukunst möchten wir die St. Marienkirche nennen. In dieser Kirche wurde der Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke getauft. In unmittelbarer Nachbarschaft steht das liebevoll restaurierte Zinnhaus.

Räuber Vieting im Sonnenberg bei Parchim.

Vor vielen, vielen Jahren machte eine große Räuberbande den Sonnenberg bei Parchim unsicher. Ihr Hauptmann nannte sich Vieting. Zu ihrem Aufenthalte hatte sie sich eine Höhle in dem Hügel, der von ihrem Anführer noch heute den Namen ›Vieting‹ trägt, erwählt. Nicht weit von diesem Hügel führt der Stolper Weg durch den Wald. Um in ihrer Höhle hören zu können, wenn Jemand den Weg passirte, hatten sie folgende Vorrichtung getroffen. In ihrer Höhle war eine kleine Glocke befestigt. Von dieser führte ein Draht durch den Berg und von dort über den Weg. Im Wege selbst war er [441] mit Zweigen und Erde bedeckt, so dass Niemand es merken konnte, wenn er darauf trat. Ging oder fuhr Jemand über jene gefährliche Stelle, dann läutete die Glocke im Berge. Auf dieses Zeichen stürzten die Räuber aus ihrer Höhle, überfielen und töteten die Wanderer. Lange hatten sie schon ihr Unwesen im Walde getrieben, ohne daß man sie fangen konnte. Da endlich wurde ihr Aufenthalt durch folgenden Vorfall verraten.

Einst ertönte wieder die Glocke im Berge. Vieting eilte mit seinen Gesellen nach dem Wege. Sie fanden dort ein Mädchen, das, die Nähe der Räuberschaar nicht ahnend, sorglos durch den Wald zur Stadt ging. Die Räuber wollten sie töten wie alle Gefangenen, die sie gemacht hatten. Vieting jedoch, durch die Schönheit und die Jugend des Mädchens zur Milde gestimmt, nahm es in seinen Schutz, verwies seine Genossen zur Ruhe und führte die Gefangene in seine Höhle. Dort mußte sie den Haushalt der Räuber besorgen. Nach einiger Zeit waren die Vorräte der Räuber aufgezehrt. Sie selber wagten nicht nach der Stadt zu gehen. In ihrer Not beschlossen sie, das Mädchen zur Besorgung der Einkäufe nach Parchim zu schicken. Bevor Vieting es aber entließ, musste es ihm schwören, keinem Menschen den Aufenthalt der Räuber verrathen zu wollen. Das Mädchen begab sich zur Stadt und besorgte die Aufträge. Als es wieder aus dem Tore hinausging, blieb es bei dem Schlagbaume, den eine Schildwache öffnete und schloß, stehen und sagte:

 

›Slagbom, ik klag di,

Vieting, de plagt mi;

Wenn du mi hebben wist,

Denn folg mi up den Arwten na.‹

 

Dann setzte es seinen Weg fort und bezeichnete seine Spur durch Erbsen, die es zu diesem Zwecke eingekauft hatte. Die Schildwache hatte des Mädchens Worte gehört und teilte sie allen Vorübergehenden mit. Man folgte der Erbsenspur in den Wald. Vieting und seine Bande wurde gefangen genommen und hingerichtet. Die Höhle schüttete man zu. Nur die kraterartige Vertiefung oben auf dem Vietingshügel zeugt noch davon, daß einst eine Höhle in dem Berge war.

Stud. W. Harm; vgl. Niederh. 1, 98 f.; WS. 26a. Schwartz S. 140.

Quelle:Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 1, Wien 1879/80, S. 440-441.

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Die grüne Stadt an See und Fluss

Gelegen an der Müritz-Elde-Wasserstraße inmitten von dichten Wäldern ist die schöne alte mecklenburgische Stadt zu allen Jahreszeiten eine Reise wert. Sehenswerte Denkmäler, die interessante reizvolle Architektur der Backsteingebäude und Fachwerkhäuser, geheimnisvolle verwinkelte Gassen laden zur Erkundung ein. Kleine Cafés, gemütliche Restaurants und urige Kneipen lassen schnell eine vertraute Atmosphäre entstehen.

Eine schöne besinnliche Umgebung mit vielen interessanten Ausflugszielen umgibt die beschauliche Stadt.

Eine Stadt im Wandel

Parchim ist eine der ältesten Städte Mecklenburgs mit wechselvoller Geschichte. Bereits im 12. Jahrhundert wurde von einer Burg Parchim berichtet. 1225/26 erhielt Parchim die Stadtrechte verliehen. Im 16. Jahrhundert wurde Parchim als die wirtschaftlich bedeutendste Stadt Mecklenburgs im Binnenland genannt. Pest und lange Kriege sorgten für den Niedergang der mittelalterlichen Blütezeit. Im 19. Jahrhundert entfaltete sich in Parchim ein neuer Aufschwung. Heute nimmt der vielfältige, wachsende Wasser- und Radsport einen lebhaften Einfluss auf die touristische Entwicklung der Eldestadt.

Raue Gesellen vor den Toren der Stadt

Die Sage vom Räuber Vieting

 

Auf den Routen des Handels und des Reiseverkehrs waren im Mittelalter oft Räuber zu finden, die auf ihre Weise am Wohlstand teilhaben wollten. Im Wald des Sonnenberges hauste der Räuber Vieting. Von den Reisenden auf dem Stolper Landweg verlangte er Wegezoll oder deren gesamte Habe. Viele Jahre lebte er mit seinen Gesellen unentdeckt in seiner Höhle. Erst durch eine List konnte der Räuber gefangen werden.