Dassow

Riesinen
Riesinen

 

Die zwei Riesenfrauen im

 

Dassower See

 

Sage in einer Textfassung von Burkhard Wunder

 

 

 

Erstmals, vor langer Zeit ging eine Riesenfrau aus Selmsdorf mitten durch den Dassower See auf die Johannestorfer Seeseite. Sie wollte sich eine Schürze voller Lehm holen, denn ihr Backofen war vom vielen Brotbacken rissig geworden und sie wollte ihn neu ausschmieren.

Auf dem Rückweg traf sie eine zweite Riesin. Die kam aus Johannestorf. Sie war auf die Halbinsel Teschow gegangen, um sich dort eine Schürze voll mit Sand zu holen. Sie hatte kurz zuvor ihre Stube gefegt und wollte sie nun mit frischem Sand ausstreuen.

Ihr müsst wissen, Riesen besaßen keine Teppiche, sie streuten ihre gute Stube mit Sand aus. Das war praktischer, so brauchten sie sich nicht die Schuhe abputzen, wenn sie heim kamen. – Nun, ja ….. mitten im See trafen sie aufeinander, blieben stehen und begannen ein Schwätzchen miteinander. Während ihrer angeregten Unterhaltung waren sie so sehr in ihr Gespräch vertieft, dass sie nicht bemerkten, dass der Wind sich drehte und nun das Wasser der Ostsee in den Dassower See hineintrieb. Das Wasser stieg höher und höher und hatte bald ihre Schürzen erreicht. Der Sand und der Lehm wurden immer nasser und schwerer. Da rissen ihre Schürzenbänder und der Inhalt ihrer Schürzen sank auf den Grund vom Dassower See. Jedoch waren in ihren Schürzen so viel Sand und Lehm, dass zwei große Hügel entstanden, die heute noch die Insel Buchwerder bilden. Die Riesenfrauen gingen unverrichteter Dinge heim.

Doch hast du mal das Glück, auf die Insel zu kommen, dann siehst du noch heute den Lehmhügel und den Sandberg.

 

Übrigens, die Insel hieß früher nicht Buchwerder, sondern Burgwerden, denn auf ihr stand eine berüchtigte Raubritterburg. Aber davon handelt eine andere Sage.