Drei Schwäne

Auf der Radegast - das ist das Flüsschen zwischen Gadebusch und Rehna, welches weiter zur Stepenitz fließt, sieht man immer viele Schwäne. Drei von ihnen waren einstmals Nonnen im Rehnaer Benediktinerkloster, dessen Reste bis heute dicht am Mühlenteich stehen, durch den die Radegast hindurchfließt. Was ist geschehen?
Es begab sich einst , dass drei junge Nonnen auf eine Bank geklettert waren und sehnsüchtig über die Klostermauer ins weite Land schauten. Da kam ein alter Graubart daher und erzählte ihnen, dass er Frauen suche für seine drei Söhne. „Wollt ihr mir nicht folgen?“ so fragte er. Freudig sagten sie: „Ja!“ und verabredeten sich mit ihm zu fliehen im Schutze der Nacht. Als es soweit war und sie ihm die Hände reichten, um über den Fluss zu kommen, da waren sie in Schwäne verwandelt. Alle Jahre wieder, an dem nämlichen Tag ihrer Flucht, steigen sie seither unbekleidet, unverhüllt aus dem Wasser empor, und schauen auf die weißen Schwäne nieder, die bis heute auf der Radegast und dem Mühlenteich schwimmen.

Quelle: Evemarie und Frank Löser, nacherzählt und ins Plattdeutsche übersetzt: Thomas Lenz

Drei Schwäne - Plattdeutsch

Up de Radegast, dat is de Strom twüschen Gadbusch un Rehn, na de Stepnitz tau, süht ein hüt noch väle Schwanenvagels. Drei vun ehr sünst einstmals Nonnen west ut dat rehnsche Benediktinerkloster, dat bethüt dicht bi den Moehlendiek steiht, dörch de de Radegast dörchmoet.
Wat is pessiert?
Vör Johr un Dag, dor sünst drei jungsche Nonnen up ein Bänk kladdert un hebben mit Janken (Sehnsucht) öwer de Klostermuer na't wiede Land hen röwer käken. Dor kem unverwohrens ein olle Griesbort vörbi un vertellte ehr, dat hei för sien drei Soehns Frugens säuken ded. „Wüllt ji nich mit mi kamen?“ Vull Freud sädens „Ja!“ un verafrädten sik, bi Nacht un Näwel aftauhaugen. As't öwer so wiet wier un sei den Griesbort de Hännen reiken wullen, dat hei ehr öwer den Strom hölpen sull, dor wiern up'n Stutz ut de Nonnen Schwanenvagels worden.
All Johr wedder, nipp un nau an den Dag, wo sei utkniepen wullen, stiegen sei nackigt ut dat Water na bawen un kieken up de witten Schwaans hendal, de bet hüt up de Radegast un den Moehlendiek schwemmen.
Quelle: Evemarie und Frank Löser, nacherzählt und ins Plattdeutsche übersetzt: Thomas Lenz

Drei Schwäne
Rehna

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