Der Teufel ist auch nur ein Mensch

Wenige Kilometer südlich von Demmin, die Landstraße in Richtung Tützpatz und Altentreptow entlang, kommt man in das Dorf Gatschow. Tatsächlich ist der Steinübersäte, als Weide genutzte Wallberg ein so schöner Platz, dass er der Sage nach auch dem Teufel gefiel.
Dieses Naturerlebnis am Rande des Dorfes ist der Eiszeit zu danken. Durch die Rückschmelze der Eismassen wurden Gerölle über die Gletscherbäche an diesem Wall angehäuft. Ein größerer Gneisblock aus Südschweden im Norden des Dorfes wird mit dem Teufel in Verbindung gebracht.
Der Teufel machte vor vielen hundert Jahren eine Reise zum Zeitvertreib und kam ins Vorpommersche Gatschow. Sich auf dem Wallberg in der Sonne erholend, wurde er durstig und trank im nahegelegenen Gasthaus acht Stunden lang starkes Bier. Beim Bezahlen wollte er dem Wirt nicht glauben, dass er so viel getrunken hätte. Wütend warf er das Geld auf den Tresen und flog nach Schweden davon.
Mit einem etwa zwei Kubikmeter großen, sattelförmigen Findling aus rötlichem Granit, der auf dem Wirtshaus landen sollte, flog er nachts zurück. Doch die Demminer Turmuhr schlug gerade eins - da entglitt dem Teufel der Stein und fiel auf den Wallberg. Der Leibhaftige schlief dort auf einer Weide noch seinen Rausch aus, um sich dann nüchtern mit einem hohen Geldbetrag beim Wirt zu entschuldigen. Wenn er nicht gerade betrunken ist, so weiß man in Gatschow, sei der Teufel „ein recht umgänglicher Kerl“.

Autor: Dr. Hartmut Schmied: Geister, Götter, Teufelssteine. Hinstorff Verlag

Der Teufel ist auch nur ein Mensch - Plattdeutsch

Der Teufel ist auch nur ein Mensch
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